ärzteinitiative der charité     Mit freundlicher Genehmigung von Jens Neumann (c)- www.fotoneumann.de
 Start | Themen | Presse | Kontakt | Seitenübersicht | Suche | Intern 10.09.2010
 
10.03.10 11:18 Alter: 184 Tage

Welche Krankheit hat die Charité?

 

Die Charité Universitätsmedizin Berlin hat im Jahr ihres 300-jährigen Bestehens einen erheblichen Investitionsbedarf, um im Wettbewerb der universitären Hochschulen und Krankenhäuser den aktuellen medizinischen und wissenschaftlichen Anforderungen zu genügen und Perspektiven erfolgreich entwickeln zu können. Seit Jahren jedoch erfährt die Charité eine in ihren Konsequenzen dramatische finanzielle Restriktion seitens des Landes Berlin, so wurde der jährliche Landeszuschuss für Forschung und Lehre zwischen 2005 und 2010 um 60 Mio abgesenkt (2005: 244,5 Mio€; 2010: 179 Mio€). Seit Jahren liegen weitreichende Pläne (Masterplan) zur Sanierung der Charité vor, die der letzte Vorstand der Charité skizziert und die der aktuelle Vorstand fortgeschrieben hat. Aktuell ist es gelungen, die wirtschaftliche Situation der Charité deutlich zu verbessern.  Binnen eines Jahres (2008 – 2009) konnte eine Ergebnisverbesserung von über 35 Millionen Euro erzielt werden (2008: -55 Mio€; 2009: -19 Mio€). Für die Jahre 2010-2011 wurden im Doppelhaushalt des Landes Berlin mehr als 200 Millionen Euro Investitionsmittel eingestellt, die dringend für die bauliche Sanierung und Erneuerung von überalterter Technik an allen Standorten der Charité benötigt werden. Die Freigabe dieser für die Charité und die Arbeit ihrer Beschäftigten existentiellen Mittel wird jedoch gegenwärtig von den politisch Verantwortlichen zurückgehalten. Diese Blockade ist für viele MitarbeiterInnen der Charité insbesondere angesichts der jüngst guten wirtschaftlichen Entwicklung unverständlich und hat potenziell für die zukünftige Entwicklung schwerwiegende Konsequenzen.
Vor diesem Hintergrund skizziert der zuständige Finanzsenator Nußbaum als verantwortlicher Politiker in der Ausgabe der Bildzeitung vom 01.03.2010 die Situation aus seiner Sicht und hat damit eine breite Diskussion ausgelöst. Er vergleicht die Charité mit einer Fabrik und behauptet, dass die wirtschaftliche Optimierung der Klinik von der Fakultät blockiert werde („Die Charité nimmt die Klinik in Geiselhaft“). Die Größe der Charité sei Ursache des Problems („Nicht die Qualität, sondern die schiere Masse regiert die Charité“) und eine Lösung könne nur in der Bettenreduktion und Aufgabe eines Standortes gefunden werden („Warum ist man nicht bereit, eine Klinik aufzugeben?“).

Mit dieser Online-Befragung will die Ärzteinitiative der Charité der politischen Diskussion Vorschub leisten und die Meinung der Beschäftigten zu einzelnen Sachverhalten transparent werden lassen.


(c) Ärzteinitiative der Charité 2008-9